Lachen im Job

31.03.2015

  Humor macht glücklich!

Lachen - Erfrischungskur für Körper und Geist

Kinder lächeln etwa 400 Mal am Tag und lachen bis zu 150 Mal, Erwachsene dagegen lächeln nur etwa 15 Mal und lachen sechs Mal täglich. Offenbar hört irgendwann der Spaß auf. Dabei wird dem Lachen derzeit mehr Aufmerksamkeit gewidmet mit dem Ziel, Tristesse, Trübsal und Griesgrämigkeit zu überwinden: Vielerorts werden Lachschulen gegründet, Lachyogakurse angeboten und zertifizierte Lachtrainer ausgebildet. In Krankenhäusern sorgen Clowns für die heilende Wirkung von Humor. Es gibt eine Lacholympiade, ein jährliches Lach-Symposion und in Berlin singt ein Lach-Chor. Seit 1998, jeweils am ersten Sonntag im Mai ist Weltlachtag, in diesem Jahr am 3. Mai. Vor uns liegen vergnügliche Zeiten!

Lachen bringt den ganzen Körper in Bewegung, wir lachen uns krumm und schief: Der Kopf wird zurück geworfen, die Augen werden geschlossen, der Große Jochbeinmuskel zieht den Mund nach oben. Der Atem schießt mit bis zu 100 Stundenkilometern durch die Lungen und bringt die Stimmbänder zum Vibrieren. Bei Männern schwingen sie rund 280 Mal pro Sekunde, bei Frauen sogar 500 Mal. So entsteht das typische Brüllen und Wiehern, das man als schallendes Gelächter wahrnimmt. Mehr als hundert Muskeln sind am Lachen beteiligt. Mitunter wird die Selbstkontrolle so außer Kraft gesetzt, dass manche Körperfunktionen entgleisen: Tränen fließen ...

Durch Lachen gelangt mehr Sauerstoff ins Blut und die gesamte Durchblutung wird angeregt. Das Gehirn reagiert auf die Sauerstoffzufuhr mit einer gesteigerten Denkleistung und neuen Sichtweisen. Lachen reduziert die Stresshormone und stärkt die Immunabwehr. Es gibt kein „Lachzentrum“, sondern mehrere Areale, die bei einem Witz angesteuert werden. Neurowissenschaftler haben im Kernspintomografen ermittelt, wie die Pointe eines Witzes einschlägt. In einer Abfolge von Nervensignalen werden Gehirnregionen aktiv, die zum Belohnungssystem gehören. „Glückshormone“ wie Dopamin, Serotonin und Oxytocin lösen Euphorie und Heiterkeit aus. Gleichzeitig wird die Lach-Mimik innerviert und der Verstand kurzzeitig außer Gefecht gesetzt. Und wenn die Lachsalven verklungen sind, übernimmt die Ratio wieder das Kommando.

 

Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platz. Joachim Ringelnatz

  Wer lacht, hat Macht!

Humor im Job

Lachen ist also gesund, auch am Arbeitsplatz! Trotzdem wird in vielen Unternehmen immer noch auf die Spaßbremse getreten. Lachen im Job? In manchen Firmen geht das gar nicht. Gut gelaunte und humorvolle Mitarbeiter stehen dort rasch unter Verdacht, dass es Ihnen offenbar zu gut geht, und viele Manager glauben, dass Heiterkeit am Arbeitsplatz ohnehin ein Erfolgskiller sei. Lachen im Büro lenke von der Arbeit ab, fördere die Aufmüpfigkeit der Mitarbeiter und vermindere den "Jagdinstinkt". Dahinter steht die Ansicht: wer zufrieden ist, strengt sich weniger an. Entsprechend griesgrämig geht es in diesen Firmen zu: Es wird viel geschwiegen, kaum gelobt und selten gescherzt – ganz nach der Devise: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Dabei ist längst klar: Humor ist ein Motivationsbeschleuniger und Vertrauensbildner. Humor verstärkt die Unternehmenskultur und hebt die Stimmung im Team. Lachen ist ein gutes Mittel, die Herausforderungen der täglichen Arbeit gelassener zu sehen. Konflikte am Arbeitsplatz? Wer lacht, kann nicht beißen. Insofern kann eine fröhliche Unbekümmertheit dazu beitragen, Konflikte zu vermindern und schlagfertig auf Angriffe zu reagieren, ohne zu verletzen. Humor ist gut für die Mitarbeiter und damit gut für das Unternehmen.

Das Forscherduo Adrian Gostick und Scott Christopher, Autoren des Bestsellers „Das Smiley-Prinzip“, haben über eine Million Angestellte befragt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Belegschaft loyaler, produktiver und zufriedener ist, wenn bei der Arbeit mehr gelacht und gelächelt wird. Wer häufig lacht, lernt leichter. Man hat Lernende 30 Minuten nach dem Lernvorgang zum Lachen gebracht. Die Teilnehmer konnten sich anschließend signifikant besser an das Gelernte erinnern als jene, die ernst blieben bzw. bleiben mussten. Eine japanische Studie belegt, dass Lernende, die zuvor herzhaft gelacht haben, anschließend den besten Lerneffekt zeigen. „Spaß treibt das Gehirn an“, sagt Eckart von Hirschhausen. Und noch etwas: Wer lächelt wird besser erinnert und eher weiter empfohlen – eine Erkenntnis, welche Menschen, die berufsmäßig auf Kontakte angewiesen sind, zu nutzen wissen. Gute Laune wird im sozialen Umfeld mit Zuwendung und Aufmerksamkeit belohnt. Lächeln und Blickkontakt sind allerdings Geschwister, kein Lächeln ohne Blickkontakt - inhaltsleeres Grinsen fördert Ablehnung.

 

Menschen mit Sinn für Humor sind angesehen und gelten als sympathisch. Robert Provine

  Lachen kann verbinden und ausgrenzen

Humor - ein kollektives Phänomen

Eine wachsende Branche von Spaß-Spezialisten lebt vom Geschäft mit der Heiterkeit. Angeboten werden Lachyogakurse, Humorworkshops oder Lachtrainings. Eine zunehmende Zahl von Unternehmen setzt auf die befreiende Wirkung von Humor im Betrieb und engagiert Humorberater. Lachen kann man zwar nicht verordnen, aber Lachen steckt an wie Windpocken. Insofern werden in Lach-Seminaren auch keine Witze erzählt, sondern es wird herzhaft gelacht, auch wenn es keinen Grund dafür gibt, wie die sogenannte „Facial-Feedback-Hypothese“ zeigt. Im Jahre 1988 wies der Sozialpsychologe Fritz Strack in einem verblüffenden Experiment nach, dass beim Lachen die Gesichtsmuskeln nicht nur das emotionale Erleben ausdrücken, sondern – umgekehrt – die Bewegung der Lachmuskeln auch zu einer fröhlichen Stimmung führt. Strack ließ Probanden einen Bleistift quer in den Mund nehmen, wodurch sich automatisch und unbewusst die Mundwinkel hoben.

Dass Lachen sich auch zu einer regelrechten Lachepidemie steigern kann, zeigt das inzwischen über 5 Millionen mal angeklickte Video „Lachen in der U-Bahn“.

Und worüber wird gelacht? Das Vergnügen, andere auf die Schippe zu nehmen, scheint eine starke Triebfeder für Humor zu sein. Relativ harmlos sind Trabiwitze (Wann erreicht ein Trabi seine Höchstgeschwindigkeit? Wenn er abgeschleppt wird!) oder Scherze, die sich mit vermeintlichen Eigenarten von Ostfriesen, Schotten oder Blondinen beschäftigen (Was macht ein Schotte mit einer Kerze vor dem Spiegel? Er feiert den zweiten Advent! - Warum klauen Blondinen nur bei Aldi? Ist billiger!) Das gemeinsame Lachen verbindet.

Lachen kann aber auch trennen, und Humor kann demütigend, verletzend und bösartig sein. Wenn ein Vorgesetzter seinen Mitarbeitern einen vermeintlichen Witz auf Kosten eines Kollegen oder einer ganzen Gruppe erzählt, dann drückt dieser „Scherz“ ein Gefühl der Überlegenheit über andere aus und enthält somit Elemente von Aggression, Ausgrenzung und Triumph. Und wenn die Mitarbeiter sich dem Sog der Pointe nicht entziehen können, schenkelklopfend mitlachen und sich möglicherweise freuen, dass sie es diesmal nicht sind, die ausgelacht werden, dann dient der Witz dem Machterhalt – mit Führung hat das nichts zu tun. Umgekehrt können Witze auch ein Ventil sein, um den Frust über Autorität und Macht zu überwinden. (Der Chef erzählt seinen Angestellten einen Witz. Alle lachen, nur Meier nicht. Fragt der Chef: "Warum lachen Sie nicht, Meier?" Erwidert der: "Habe ich nicht mehr nötig. Ich gehe am Ersten!")

Lachen stiftet Kollegensolidarität, ist kurzlebig und an den jeweiligen Augenblick gebunden. Wir alle arbeiten lieber mit Kollegen und Chefs zusammen, die morgens mit einem Lächeln grüßen, Meetings mit einem Scherz aufheitern und Optimismus im Job verbreiten.

Und noch etwas: Lachen verbraucht Kalorien! Ein Humortrainer hat errechnet, dass zehn Minuten Lachen etwa zehn Minuten moderatem Joggen entspricht!

 

Das Glück kommt zu denjenigen, die lachen. aus Japan

 

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