Business

Schweinehund

In meinen Seminaren und Workshops erlebe ich immer wieder Klagen darüber, dass Vorhaben, die in Meetings oder in Personalgesprächen vereinbart wurden, gescheitert sind. Das kann mehrere Gründe haben: unrealistische Ziele, veränderte Rahmenbedingungen, Zieldiktat statt Ziel -„Vereinbarung“ ... Häufig handelt es sich hier aber auch um den sogenannten „Inneren Schweinehund“, der danach trachtet, Vorhaben zu sabotieren.

Er meldet sich, wenn sich etwas ändern soll: Keller aufräumen? Heute nicht! Mit dem Fahrrad zur Arbeit? Morgen ist auch noch ein Tag! Lampe reparieren? Der Krimi bringt mehr Spaß! Veränderungen sind dem inneren Schweinehund ein Gräuel, besonders gerne torpediert er gute Vorsätze, wie jene zum Jahreswechsel, und gibt erst dann Ruhe, wenn der gewohnte Zustand wiederhergestellt ist. Faulheit statt Fitness, Döner statt Diät, Spielen statt Sport.

Glück und Zufriedenheit

Gute Vorsätze gehören zum alljährlichen Silvesterritual: mehr bewegen, abnehmen, mehr „quality time“ mit den Kindern, weniger arbeiten, gesünder essen. Selten sind Entdeckerfreude, Gestaltungslust und Änderungsbereitschaft so ausgeprägt wie zu Jahresbeginn. „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, dichtete Hermann Hesse. Doch diese Zeile ist durch maßlose Überbeanspruchung zum Klischee verdampft. Überhaupt werden Vorsätze selten gehalten, die Liste der verpassten Chancen wird immer länger und bei vielen wachsen die Zweifel an der Selbstkasteiung. Kurze Zeit später ist alles wie zuvor: Für die Fitness bleibt kaum Zeit, das Übergewicht will nicht schmelzen, die Kinder sieht man nur noch schlafend und die Überstunden nehmen zu. Wohl zu keiner anderen Jahreszeit gehört das Scheitern zur weit verbreiteten Kollektiverfahrung wie im Januar ...