Einfluss

Alpha-Männchen

Bei ihm kann jeder tun und lassen, was er will. Wenn ein anspruchsvoller Kunde mit Auftrag lockt, so schickt er seinen besten Mann, er kommt selbst. Er hat das erste und letzte Wort, duldet kaum Widerspruch und straft in Ungnade gefallene Mitarbeiter mit Missachtung. Die Rede ist vom Alpha-Männchen, einer in den Führungsetagen nicht selten vorkommenden Spezies mit Macher-Image und Basta-Allüren.

Aktuell gibt es zahlreiche Anzeichen, dass das egozentrische Alpha-Tier bald ausgedient hat. So war einer der zentralen Programmpunkte auf der Messe „Zukunft Personal“ in Köln das Thema, wie Betriebe ihre Zusammenarbeit demokratischer organisieren, wie sie Führungskräfte und Mitarbeiter dabei mitnehmen können und welche Eigenschaften von einem zukünftigen Vorgesetzten erwartet werden.

Statussymbole

Sind Sie schon einmal zum Chef „nach unten“ gebeten worden? Wohl kaum, Vorgesetzte haben ihr Büro oben! Und wenn Sie das Büro betreten? Wirkt der übermächtige Schreibtisch wie eine Barriere? Das ist beabsichtigt, Distanz betont den höheren Status. Wo parkt die Geschäftsleitung? Auf einem Parkplatz an exponierter Stelle, mit dem eigenen Namen oder der Funktion versehen. „Alle unsere Sinneswerkzeuge“, so der Schweizer Bergführer Charles Widmer, „sind auf Raumnutzung eingestellt.“ Wir bevorzugen den Fensterplatz im Restaurant und besetzen mit Handtüchern die besten Plätze am Strand. Wir verdeutlichen unsere Raumansprüche, schreibt der Verhaltensforscher Graham Brown, mit Identitätsmarken („Hier bin ich!“), mit Kontrollmarken („Hier ist besetzt“) und durch Verteidigungsmarken („Finger weg, das gehört mir.“). Dieses Verhalten folgt offenbar festen Mustern, die in der Evolution bereits angelegt und intuitiv verankert sind.