Führung

Schlauer Scheitern

Jeder hat schon mal etwas vermasselt, ist mit seinen Plänen baden gegangen oder hat ein ganzes Projekt in den Sand gesetzt. Straucheln, stolpern, Murks im Job? Das geht gar nicht, oder etwa doch?

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Menschen werden an ihren Erfolgen gemessen und Niederlagen werden geächtet. Ein Ziel zu verfehlen, tut weh, ist teuer. Der Druck, Fehler zu vermeiden, kann körperliche (Angst)Reaktionen auslösen: Herzklopfen, feuchte Hände, Schweißperlen auf der Stirn. Etwa 24.000 Unternehmen gingen 2014 in Deutschland pleite. Zurück blieben verschlossene Türen, leere Konten und geplatzte Lebensträume.

Fortbildung mit Langzeitwirkung

Nichts ist teurer und sinnloser als Fortbildungen, deren Inhalte nicht umgesetzt werden. Gemeint sind nicht „Learn-Snacks“ oder „Learn-Nuggets“, also Kleinstformaten, deren Wirkung ohnehin fraglich ist. Gemeint sind Fortbildungen, bei denen die Teilnehmer soziale Fähigkeiten oder Kompetenzen aus den Bereichen Kommunikation, Verkauf oder Führung erlernen, erweitern oder – wie es häufig zu hören ist – „optimieren“ wollen. Letztlich soll jede Weiterbildungsmaßnahme ja eine Verhaltensänderung der Teilnehmer bewirken. Das gelingt oft, oft aber auch nicht. Denn vieles von dem, was behandelt oder aus dem Seminar „mitgenommen“ wurde, vergeht schneller als Schnee in der prallen Mittagssonne.

Verhaltensänderung

Wir wollen andere ändern, andere sind dabei, uns verändern zu wollen, und manchmal sind wir sogar bestrebt, uns selbst zu verändern. Nichts ist so beständig wie der Wandel. Doch wohl jeder hat erlebt, dass Veränderungen entweder gar nicht oder nur vorüber gehend gelingen. Als Tiger gestartet landet das Vorhaben häufig als Bettvorleger. Wie Silvester - tolle Vorsätze, grandioses Scheitern.

Auch das Arbeitsleben kennt eine Konstante: die Veränderung. Ein Verkäufer versucht, den Kunden zu einer Verhaltensänderung, sprich Kauf, zu bringen, der Vorgesetzte ist bemüht, seine Mitarbeiter in eine bestimmte Richtung zu bewegen und in vielen Unternehmen steht Veränderung auf der Tagesordnung. Die Anpassung an veränderte Marktverhältnisse erfordert ein „Denken in Veränderung“. Immer wieder jedoch scheitern Veränderungsvorhaben. Woran liegt das?&

Mitarbeitergespräch

Das Jahr geht zu Ende – Zeit für das Mitarbeitergespräch. Zeit, die Leistungen unter die Lupe zu nehmen. Zeit, ein Blick auf die Jahresziele zu werfen. Zeit für ein Feed-Back. Mitarbeitergespräche sind der Dreh- und Angelpunkt im Geschäftsleben, sie zählen zu den wirksamsten Führungsinstrumenten und sind zentraler Bestandteil einer kooperativen, wertschätzenden und zielorientierten Führung. Nicht selten jedoch haben Chef und Mitarbeiter wenig Freude daran, nur bei Wenigen löst es frohe Erwartungen aus. Dass Mitarbeiter und Vorgesetzte offenbar gleichermaßen mit einem unguten Gefühl in die Jahresgespräche gehen, entspricht meinen Erfahrungen und wird in meinen Workshops immer wieder von den Teilnehmern beschrieben ...

Neuroleadership - Motivation

Seit die Hirnforschung Einblicke in die Arbeitsweise unseres Denkorgans ermöglicht, erleben die Neurowissenschaften eine bisher nie gekannte Blütezeit! Längst geht es nicht mehr nur darum, Grundlagen zu erkennen, neurologischen Krankheiten auf die Spur zu kommen und therapeutische Ansätze zu entwickeln. Die Wissenschaft ist dabei, bislang unbeackerte Felder zu erforschen, und Hinweise zu liefern, wie die Erkenntnisse in konkretes Handeln umgesetzt werden können: Neuromarketing, Neuroselling, Neurodidaktik und eben auch Neuroleadership.Jedoch nicht alles, was mit „Neuro“ verbunden wird, basiert auf gesicherten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen ...

Lachen im Job

Kinder lächeln etwa 400 Mal am Tag und lachen bis zu 150 Mal, Erwachsene dagegen lächeln nur etwa 15 Mal und lachen sechs Mal täglich. Offenbar hört irgendwann der Spaß auf. Dabei wird dem Lachen derzeit mehr Aufmerksamkeit gewidmet mit dem Ziel, Tristesse, Trübsal und Griesgrämigkeit zu überwinden: Vielerorts werden Lachschulen gegründet, Lachyogakurse angeboten und zertifizierte Lachtrainer ausgebildet. In Krankenhäusern sorgen Clowns für die heilende Wirkung von Humor. Es gibt eine Lacholympiade, ein jährliches Lach-Symposion und in Berlin singt ein Lach-Chor. Seit 1998, jeweils am ersten Sonntag im Mai ist Weltlachtag, in diesem Jahr am 3. Mai. Vor uns liegen vergnügliche Zeiten ...

Alpha-Männchen

Bei ihm kann jeder tun und lassen, was er will. Wenn ein anspruchsvoller Kunde mit Auftrag lockt, so schickt er seinen besten Mann, er kommt selbst. Er hat das erste und letzte Wort, duldet kaum Widerspruch und straft in Ungnade gefallene Mitarbeiter mit Missachtung. Die Rede ist vom Alpha-Männchen, einer in den Führungsetagen nicht selten vorkommenden Spezies mit Macher-Image und Basta-Allüren.

Aktuell gibt es zahlreiche Anzeichen, dass das egozentrische Alpha-Tier bald ausgedient hat. So war einer der zentralen Programmpunkte auf der Messe „Zukunft Personal“ in Köln das Thema, wie Betriebe ihre Zusammenarbeit demokratischer organisieren, wie sie Führungskräfte und Mitarbeiter dabei mitnehmen können und welche Eigenschaften von einem zukünftigen Vorgesetzten erwartet werden.

Neu auf dem Chefsessel

Sie sind gerade aufgestiegen und führen eine Gruppe von Mitarbeitern? Herzlichen Glückwunsch! Oder: Man hat Ihnen in Aussicht gestellt, baldmöglichst eine Führungsposition einnehmen zu können? Prima Perspektive! Bis dahin sollten Sie, wie man anmerkt, jedoch noch einmal richtig zeigen, was in Ihnen steckt. Ihr Tatendrang steigert sich ins Unermessliche! Und Ihnen wird klar: Von innen sieht ein Hamsterrad aus wie eine Karriereleiter.

Tausende von neu geschaffenen oder vorhandenen Führungspositionen in Deutschland werden im Jahr in der Wirtschaft besetzt. Und es ist sehr erstaunlich, mit welcher Beiläufigkeit und zuweilen auch hektischen Eile in vielen Unternehmen befördert wird.

Statussymbole

Sind Sie schon einmal zum Chef „nach unten“ gebeten worden? Wohl kaum, Vorgesetzte haben ihr Büro oben! Und wenn Sie das Büro betreten? Wirkt der übermächtige Schreibtisch wie eine Barriere? Das ist beabsichtigt, Distanz betont den höheren Status. Wo parkt die Geschäftsleitung? Auf einem Parkplatz an exponierter Stelle, mit dem eigenen Namen oder der Funktion versehen. „Alle unsere Sinneswerkzeuge“, so der Schweizer Bergführer Charles Widmer, „sind auf Raumnutzung eingestellt.“ Wir bevorzugen den Fensterplatz im Restaurant und besetzen mit Handtüchern die besten Plätze am Strand. Wir verdeutlichen unsere Raumansprüche, schreibt der Verhaltensforscher Graham Brown, mit Identitätsmarken („Hier bin ich!“), mit Kontrollmarken („Hier ist besetzt“) und durch Verteidigungsmarken („Finger weg, das gehört mir.“). Dieses Verhalten folgt offenbar festen Mustern, die in der Evolution bereits angelegt und intuitiv verankert sind.

Pharma-Vertriebsmanager

Pharmareferenten sind Männer und Frauen, die mit ihren Kunden schick essen gehen, sie zum Golfen auf Kreta einladen und ihnen wertvolle Geschenke überreichen, so lautet ein gängiges Vorurteil über die Vertriebsmethoden der Arzneimittelproduzenten. Und deren Chefs, Regionalleiter oder – neudeutsch – „First-Line-Manager“ genannt, begleiten den Pharmareferenten beim Arztbesuch mit dem Auftrag darauf zu achten, dass die „Produktbotschaften“ artig abgesondert werden. Das sind Dönekes von gestern. Nach wie vor ist der Pharmareferent eine wichtige Informationsquelle für den Arzt. Nur ist die Geschäftswelt spürbar komplexer, unübersichtlicher und anspruchsvoller geworden und das gilt ebenso für die Pharmabranche und besonders auch für deren Führungskräfte!