Neurowissenschaft

Schweinehund

In meinen Seminaren und Workshops erlebe ich immer wieder Klagen darüber, dass Vorhaben, die in Meetings oder in Personalgesprächen vereinbart wurden, gescheitert sind. Das kann mehrere Gründe haben: unrealistische Ziele, veränderte Rahmenbedingungen, Zieldiktat statt Ziel -„Vereinbarung“ ... Häufig handelt es sich hier aber auch um den sogenannten „Inneren Schweinehund“, der danach trachtet, Vorhaben zu sabotieren.

Er meldet sich, wenn sich etwas ändern soll: Keller aufräumen? Heute nicht! Mit dem Fahrrad zur Arbeit? Morgen ist auch noch ein Tag! Lampe reparieren? Der Krimi bringt mehr Spaß! Veränderungen sind dem inneren Schweinehund ein Gräuel, besonders gerne torpediert er gute Vorsätze, wie jene zum Jahreswechsel, und gibt erst dann Ruhe, wenn der gewohnte Zustand wiederhergestellt ist. Faulheit statt Fitness, Döner statt Diät, Spielen statt Sport.

Verhaltensänderung

Wir wollen andere ändern, andere sind dabei, uns verändern zu wollen, und manchmal sind wir sogar bestrebt, uns selbst zu verändern. Nichts ist so beständig wie der Wandel. Doch wohl jeder hat erlebt, dass Veränderungen entweder gar nicht oder nur vorüber gehend gelingen. Als Tiger gestartet landet das Vorhaben häufig als Bettvorleger. Wie Silvester - tolle Vorsätze, grandioses Scheitern.

Auch das Arbeitsleben kennt eine Konstante: die Veränderung. Ein Verkäufer versucht, den Kunden zu einer Verhaltensänderung, sprich Kauf, zu bringen, der Vorgesetzte ist bemüht, seine Mitarbeiter in eine bestimmte Richtung zu bewegen und in vielen Unternehmen steht Veränderung auf der Tagesordnung. Die Anpassung an veränderte Marktverhältnisse erfordert ein „Denken in Veränderung“. Immer wieder jedoch scheitern Veränderungsvorhaben. Woran liegt das?&

Mitarbeitergespräch

Das Jahr geht zu Ende – Zeit für das Mitarbeitergespräch. Zeit, die Leistungen unter die Lupe zu nehmen. Zeit, ein Blick auf die Jahresziele zu werfen. Zeit für ein Feed-Back. Mitarbeitergespräche sind der Dreh- und Angelpunkt im Geschäftsleben, sie zählen zu den wirksamsten Führungsinstrumenten und sind zentraler Bestandteil einer kooperativen, wertschätzenden und zielorientierten Führung. Nicht selten jedoch haben Chef und Mitarbeiter wenig Freude daran, nur bei Wenigen löst es frohe Erwartungen aus. Dass Mitarbeiter und Vorgesetzte offenbar gleichermaßen mit einem unguten Gefühl in die Jahresgespräche gehen, entspricht meinen Erfahrungen und wird in meinen Workshops immer wieder von den Teilnehmern beschrieben ...

Neuroselling

Verkäufer haben einen schlechten Ruf. Und den haben sie selbst erarbeitet! Was wurde den Kunden nicht alles zugemutet: Kaltakquise, bei denen sogar der Kunde fröstelt, Verkäufermonologe, die beim Kunden eine kaum zu bändigende Müdigkeit hervorrufen, Außendienstler, die damit beauftragt waren, dem Kunden möglichst oft den Namen des Produktes zu nennen und andere respektlose Zumutungen, die nur ein Ziel verfolgten: das Produkt in die Köpfe der Kunden einrasten zu lassen. Der Kunde als Maschine, oben Verkaufstricks einwerfen, unten kommt dann der Umsatz raus. Von manchen Unternehmen mit entsprechenden „Tools“ ausgestattet, wurde die mit TschackaTschacka-Rufen aufgeputschte Verkäufertruppe auf die Kunden losgelassen, bis der so Bedrängte kaufte, nicht aus Überzeugung, sondern um endlich seine Ruhe vor derartigen Belästigungen zu haben.

Was denkt sich eigentlich unser Gehirn?

Es ist durchschnittlich 1,4 kg schwer, macht 2% der Körpermasse aus, benötigt aber 20% der Energie und besteht vorwiegend aus Wasser, Eiweiß und Fett. 170 000 km Nervenfasern sind über 10 hoch 14 Synapsen miteinander verknüpft, und es wird aus etwa 84 Milliarden Neuronen gebildet. In jeder Sekunde kann es einen Terabyte Daten verarbeiten, die über unsere fünf Sinne in uns gelangen. Das menschliche Gehirn ist derzeit im Fokus des Interesses. Und wenn man die Zeichen der Zeit richtig deutet, hat sich die Gehirnforschung mittlerweile zu einer Leitwissenschaft entwickelt!